Die Zukunft beginnt jetzt!

Wie werden wir zukünftig lernen? Diese Frage treibt viele Entrepreneure im Bildungsbereich. Sicher scheint, dass Technologie dabei eine zentrale Rolle spielt. Dies war natürlich auch ein zentrales Thema auf dem EMEA Philanthropies Summit in Athen unter dem Motto „Driving a Future of inclusive Growth“.

Microsoft Summit 2019 - Driving a Future of inclusive Growth

Vortrag beim Microsoft Philanthropies Summit 2019 – Driving a Future of inclusive Growth

Um sich eine Vorstellung von der Zukunft des Lernens zu machen, ist es sicher hilfreich, einmal 10 Jahre zurückzuschauen, in eine Welt, in der Smartphones noch keine Rolle gespielt haben, die SMS unsere mobile Kommunikation beherrschte, moderne Dienste wie WhatsApp, Uber oder Netflix noch gar nicht entwickelt und Facebook & Instagram bei Jugendlichen vollkommen unbekannt waren.

Schon zu der Zeit war klar, dass das Internet im Bereich des Lernens eine enorme Rolle spielen würde, aber irgendwie wurde es verpasst, hier mit Blick auf die Schulen in Deutschland wirklich voranzugehen. Dieser Fehler ist mit Blick auf die Verbesserung der Infrastruktur nun mit dem DigitalPakt erkannt worden. Aber wird das reichen?

Ganz sicher nicht, denn schaut man sich die Generation Z (1995 – 2010) an, die jetzt gerade weltweit jeden Freitag auf die Straße geht und mit „Fridays for future“ ihre Stimme erhebt, dann zeigt sich hier ein wesentlicher Unterscheid zu allen anderen Generationen, der basierend auf Daten aus Brasilien in der Studie „True Generation“ von MC Kinsey sehr schön herausgearbeitet wurde. Die GenZ sind nicht nur die Ersten, die vollständig in digitalen Welten groß geworden sind, sondern auch die Ersten, die in einer durch Individualität, Internationalität, Diversität und „Kommunikationsoverflow“ geprägten Welt groß werden und einen Teil ihres Erwachsenwerdens aktiv in soziale Netzwerke verlagern. Für sie gibt es nicht nur eine Wahrheit und dabei werden die Themen in einer für uns ungewohnt offenen Art ausgetragen – es wird wild experimentiert, Geschlechterrollen auf den Prüfstand gestellt, Ernährung zum Selbstbild und Entertainment in sozialen Netzwerken plötzlich politisch. Für diese Generation sind Bankreihen, Stillsitzen, Handyverbot, Computerräume mit Röhrenmonitoren und lebensferner Unterricht mit Phrasen aus überfälligen Lehrbüchern keine Option.

The influence of Gen Z

Quelle: True Gen – https://www.mckinsey.com/industries/consumer-packaged-goods/our-insights/true-gen-generation-z-and-its-implications-for-companies

Schaut man nach vorne, in die nahe Zukunft, dann werden wohl in Bezug auf das Lernen andere Elemente wichtig und es ist mehr als an der Zeit, zu beginnen, Lernangebote – immer unter Beachtung von digitalen Entwicklungen und aktuellen Technologien – nachfolgenden Prinzipien auszurichten:

  • Lernen sollte ein aktivierender, gestaltender Prozess sein, der das Engagement der Generation Z und ihrer Affinität zum Digitalen aufnimmt. Fehler, individuelle Lösungswege und -verfahren sind mehr Chance als Ausdruck von Unfähigkeit und Rebellion.
  • Lernen sollte ein dialogischer Prozess sein, denn die Generation Z möchte verschiedene Wahrheiten verstehen und handelt nicht nach vorgegeben Instruktionen.
  • Diversität und inklusive Lernszenarien sind zu bevorzugen, denn die Generation Z will nicht nur ihren Konsum und ihr Zusammenleben auf der Grundlage von ethischen Prinzipien gestalten, sondern bewertet auch Bildungsprozesse eben mit diesen Kriterien.
  • Kollaboration (ein im Deutschen nicht ganz wertfreier Begriff) sollte im Vordergrund stehen, denn die neuen Technologien haben jungen Menschen ein beispielloses Maß an Vernetzung untereinander gebracht, die sie auch beim Lernen nicht aufgeben möchten.
  • Lernen sollte emotional anregende, offene Szenarien bieten, denn die Generation Z gestaltet trotz aller Individualität ihr Erwachsenwerden ebenso wie ihr „Digitales Ich“ intensiv in unterschiedlichen sozialen Gruppen.
  • Zugleich sollte mit Blick auf die Individualität der Generation Z ein persönlicher Lernraum „aufgespannt“ werden, in dem die Lerner das finden und zusammenstellen, was sie für wichtig erachten. Technologie sollte dabei individuell und ohne starre Vorgaben zur Verfügung stehen.

Wagt man schlussendlich den Blick in das Jahr 2030, dann kann dieser Wandel sowohl Herausforderungen aber auch gleichermaßen attraktive Chancen mit sich bringen. Mit persönlichem Engagement und Mut, sich auch Zukunftsthemen wie künstlicher Intelligenz, sozialer Gerechtigkeit oder Klimawandel zu stellen, kann es gelingen. Denn der erste Schritt zur Nutzung jeder Chance besteht wohl darin, ihr offen gegenüber zu sein. Fangen wir doch einfach heute gemeinsam damit an, Lernen in unseren Communitys nachhaltig zu verändern.

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