Die Zukunft des Lernens liegt ganz sicher nicht nur im Netz und schon gar nicht auf YouTube oder einem Bildungs-Spotify. Warum eigentlich? Na, weil wir Menschen zuallererst soziale Wesen sind. Gerade im Vorfeld der Didacta – Europas größter Bildungsmesse - werden immer wieder Artikel publiziert, die zeigen, wie Schülerinnen und Schüler mit YouTube und Co besser lernen. Das „Bashing“ von Lehrkräften und Schule ist angesagt und dabei wird den sozialen Medien eine prächtige Rolle als moderner Lernraum zugeschrieben (vgl. Der Rockstar der Mathematik). Das Zeitalter der digitalen Bildung im Netz ist angebrochen. Warum dann die Zweifel, wo man doch nachweislich digitale Medien zur Verbesserung der (schulischen) Bildung einsetzen kann? Die Zweifel sind ganz einfach zu erklären: Bildung ist zuallererst ein sozialer Prozess, der nur über möglichst empathische Kommunikation nachhaltig in Gang kommt. Wir hören den Singsang der eigenen Sprache im Bauch der Mutter, wir lernen die ersten Worte im sozialen Raum der Familie, wir besuchen den Kindergarten, die Schule, die Uni und lernen im Arbeitsprozess fast täglich dazu. Aber fast immer in sozialer Interaktion. Und hier liegen die Schwächen der digitalen Medien. Aber natürlich können digitale Medien und Angebote helfen, Lernprozesse nachhaltig zu verändern. Kein Lexikon ist schneller als Wikipedia, kein Buch aktueller und interaktiver als YouTube und Co und Kollaborationsplattformen wie Teams sind unschlagbar, wenn es um die digitale Unterstützung von gemeinsamen Projekten geht. Die Liste lässt sich unendlich fortsetzen. Aber all diese heute bereits bekannten und auch die kommenden Plattformen werden das Interaktionspotenzial von Menschen nicht erreichen. Und trotzdem muss sich viel verändern, wie ein kleiner Blick auf die Bildersuche auf Google oder Bing zeigt! Suchergebnis von Bing: Classroom School Bankreihen im Klassenzimmer sind nicht mehr zeitgemäß. Unterrichtsräume ohne WLAN einfach unvorteilhaft. Wissen reinschaufeln für Test und Prüfungen sind nur ein kleiner Teil von Bildung. Lernen wie Maschinen mit frontaler Bespielung wenig tauglich. Überhaupt ist Lernen ohne digitale Medien eher befremdlich in einem Zeitalter von künstlicher Intelligenz. Und tatsächlich lernen wir ein Leben lang, davon aber nur sehr wenig mit Medien. Am Ende sind es die Menschen, die Bildung nachhaltig prägen. Und das sind die Lehrerinnen uns Lehrer ebenso wie die Peergroup in einer Lerngruppe. Und hier lohnt sich jede Investition, eben auch die, in digitale Medien, wenn sie Lernprozesse erfolgreich anstoßen oder unterstützen. Mehr dazu: Das ist Bulimielernen, aber keine Bildung:
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digitale Medien
Verblödungslektüre?
Ausgerechnet in der F.A.Z. las ich letztes Jahr einen kleinen Artikel mit dem schmissigen Titel „Hundertzwanzig Seiten Verblödungslektüre“, in dem sich die Autorin über die Studie „Personalisiertes Lernen mit digitalen Medien“ der Robert Bosch Stiftung echauffiert.
vor 7 Jahren
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1 min Lesezeit
Cloud
Durcheinander im Wolkenkuckucksheim
Speichern ist gut, clouden ist besser. Wer es mit der Digitalisierung von Schulen ernst meint, kommt um die Cloud nicht herum. Die Möglichkeit, Dokumente zu speichern und online auszutauschen, ist so wichtig wie ein funktionierender Kiosk in der Schule.
vor 8 Jahren
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1 min Lesezeit